vuoto

Nuoro: das sardische Athen

„Nuoro wird von den jungen Künstlern oft auch als das sardische Athen bezeichnet. Dieser Ort ist sicherlich der Ort mit dem höchsten Bildungsniveau und dem größten Kampfgeist der ganzen Insel. Es gibt hier Künstler und Dichter, Schriftsteller und Gelehrte, starke und freundliche junge Menschen, die Sardinien zur Ehre gereichen und sicherlich einmal berühmt werden.“

(Grazia Deledda, Tradizioni popolari di Nuoro, 1894)

 

Nuoro liegt an den Granithängen des Monte Ortobene, diesem Giganten zwischen der Via della Solitudine, der Straße der Einsamkeit, und dem Rest der Insel, ein Berg, mit dem die Einwohner von Nuoro sehr eng verbunden sind. Oben auf dem Berg, inmitten der Wälder und eingerahmt von hohen Felsen steht nämlich die Bronzestatue des Erlösers (Redentore), der die Stadt überragt und unter der am 26. August ein großes Fest begangen wird.

 

Zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert wird Nuoro zum Sinnbild sardischer Kultur und häufig auch als sardische Athen bezeichnet dank des kulturellen und künstlerischen Fermentes, zu dem es im Zuge der sozialen Unruhe kam, die zum Aufstand von Su Connottu führte.

Zu diesem Aufstand kam es 1868 aufgrund eines Edikts, das dazu führte, dass die gemeinschaftliche Nutzung des Landes abgeschafft wurde und der Privatbesitz eingeführt wurde.

 

Zu jener Zeit lebten in Nuoro Intellektuelle wie Grazia Deledda, Sebastiano Satta, Francesco Ciusa, Antonio Ballero, Giacinto Satta, Priamo Gallisay und Pasquale Dessanay, Vertreter der Bildhauerei und der Malerei, der Poesie und der Musik.

Ihre Werke, die durch die verbesserten Verkehrsverbindungen zwischen der Insel und dem Kontinent begünstigt wurden, wurden auch auf dem italienischen Festland bekannt und führten dazu, dass berühmte Persönlichkeiten wie David Herbert Lawrence neugierig wurden, der 1921 diese Stadt besuchte, um die Orte zu sehen, an denen die Romane der Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 1926, Grazia Deledda, spielten. Lawrence selbst schrieb im Jahr 1928 das Vorwort zur englischen Version ihres berühmten Werks La Madre.

 

Nùgoro, das ist der Name im Dialekt, gilt als Hauptstadt der Barbagia, diesem Ort, dessen Natur und Einwohner den antiken Geist dieser Insel verkörpern.

__________________________________________

L'APPROFONDIMENTO

 

Francesco Ciusa. Quattro volte artista [file. PDF]

 

Sebastiano Satta. La penna della Sardegna inascoltata [file. PDF]

__________________________________________

Herbst in der Barbagia

Mastros in Nùgoro: Programm

Mastros in Nùgoro: Event "Pàraulas de Gràssia"

Nelle vicinanze

Nuoro, Museo Etnografico Sardo
Museen
Das Museum liegt auf dem Hügel Sant'Onofrio in Nuoro. Es…
Nuoro, museo Man
Museen
Das Museum stellt in Nuoro über 200 Werke angesehener…
Nuoro, Museo Ciusa
Museen
Das Museum, das sich in Nuoro befindet, ist Francesco Ciusa…
Nuoro, Museo Deleddiano-Casa natale di Grazia Deledda
Museen
In Nuoro steht das Geburtshaus der Schriftstellerin Grazia…
I monti di Oliena visti dall'Ortobene
Gebirge
Der Berg Ortobene erhebt sich vor der Stadt Nuoro. Von dort…
Mamoida, Domus de Janas Istevene
Ortschaften
Mamoiada liegt im Herzen der Barbagia, wenige Kilometer von…
Archäologische Ausgrabungsstätten
Der Tempel liegt in der Ortschaft Sa Costa 'e Sa Binza an…
Orgosolo, murale
Museen
Orgosolo, das Symboldorf der Barbagia, hat mit den…
Il caratteristico paesaggio del Supramonte di Oliena
Gebirge
Der Supramonte ist ein Höhenzug, der sich durch Hochebenen…