Die Schlösser Sardiniens, verborgene Schätze

Castello della Fava - Posada

Die Schlösser Sardiniens, verborgene Schätze

Es waren etwa Hundert, einige stehen noch, einige sind Ruinen und erzählen uns Geschichten und Legenden über Geister und Geheimnisse des Mittelalters.
Burggeschichten, an der Grenze zwischen Wahrheit und Übernatürlichem

Von Felsvorsprüngen am Meer überschauten sie traumhafte Strände und von den Bergkämmen beherrschten sie die Täler, zu ihren Füßen lagen malerische Dörfer und Küstenstädte. Die Burgen der Judikate wurden zwischen dem 11. und14. Jahrhundert gebaut. Es waren Unterkünfte der Militärgarnisonen und manchmal auch herrschaftliche Residenzen. Nachdem sie nicht mehr der Verteidigung dienten, wurden sie nach und nach verlassen: Dabei gingen viele verloren, andere sind noch heute beeindruckende Ruinen mitten in der rauen Landschaft Sardiniens, viele haben es fast unversehrt zu uns geschafft.

Jede Burg ist von einer geheimnisvollen Legende umwoben, natürlich mit Gespenstern, widersprüchliche und fesselnde Geschichten, von der Phantasie des Volkes genährt und von Generation zu Generation überarbeitet, manchmal historisch verzerrt, aber alle haben einen wahren Kern. Es werden Geschichten über blutige Schlachten, ungelöste Krimis, Liebesbeziehungen, Gefängnisse, freiwillige spirituelle Rückzüge, Entführungen, Folter, Flucht und Verrat erzählt. Geschichten, die durch die Wachtürme, die unterirdischen Gänge, die dunklen Flure, die schönen Waffenräume und prunkvollen Speisesäle wehen. Der Mythos, den sie oft gemeinsam haben, sind in Truhen lagernde Reichtümer, die in Kammern versteckt und über Geheimgänge zu erreichen sind. Die Schatzsuche war schon immer sehr schwierig und um die wagemutigen Abenteurer abzuschrecken, wurde neben die Schatztruhe eine ähnliche Truhe gestellt, die jedoch voller Muscas Maceddas, riesige und schreckliche Stechfliegen, war. Man erzählt, dass hingegen endlose, labyrinthartige Tunnels als Fluchtwege dienten, um feindlichen Belagerungen zu entgehen. Es werden nicht nur mehr oder weniger glaubhafte Geschichten über Männer, Waffen und Geister erzählt, nein, in den Schlössern Sardiniens sind oftmals Frauen die Hauptfiguren, manchmal Figuren aus der Mythologie, wie die Janas oder Frauen der Geschichte, mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten, allen voran die Richterin Eleonora von Arborea, mit der das Schicksal vieler Judikat-Festungen verbunden ist.

Castello di Serravalle o dei Malaspina, Bosa

Vom Serravalle-Hügel aus beherrschte sie Bosa: Von hier aus wurde das Temo-Tal überwacht, das bis zum Meer schiffbar war. Seit dem 12. Jahrhundert hat sich nur wenig verändert, als die Burg der Adelsfamilie Malaspina gebaut wurde: Das Gebäude ist fast intakt und das Dorf bewahrt den mittelalterlichen Charme seiner Geschichte, die mit jener der Burgherren verflochten ist. Es wird von der krankhaften Eifersucht eines Markgrafen erzählt, der einen unterirdischen Gang bauen ließ, damit seine hübsche Frau, vor neugierigen Blicken geschützt, zur Kirche gehen konnte.
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Castello di Serravalle oder der Malaspina
In einem sehr originellen mittelalterlichen Dorf im zentral-westlichen Teil der Insel, steht eine Festung aus dem frühen 12. Jahrhundert. Es ist...

Castello di Burgos

Die Burg dominiert von einem felsigen Gipfel aus das Dorf Burgos und ganz Goceano, einem Gebiet reich an jahrtausendealten Wäldern, die heute Naturoasen sind. Die Bewohner der Festung erlebten in diesen Mauern bewegende Ereignisse. Die traurige Geschichte zweier wunderschönen Frauen, Prunisenda, Gattin des Richters Costantino und Adelasia, letzte Königin von Torres, die sich auf das Schloss ins Exil zurückzog. Aber auch die Geschichte von Wilhelm von Cagliari und Don Blas von Aragona, deren Geister noch heute durch die Ruinen wandern sollen.
Castello di Burgos, Goceano

Castello della Fava, Posada

Die Richter errichteten es, um Posada vor den sarazenischen Piraten zu verteidigen. Da die Einwohner von einem erneuten Angriff erschöpft waren, flüchteten sie in die Burg. Sie wussten jedoch, dass sie nicht lange Widerstand leisten konnten, fütterten eine Taube mit Saubohnen und verwundeten sie. Der Vogel fiel in das Lager der Türken, die den vollen Bauch sahen und die Belagerung aufgaben, weil sie davon überzeugt waren, dass in der Burg noch viele Lebensmittelvorräte waren. In Wirklichkeit waren es nur ein paar Saubohnen.
Castello della Fava - Posada
Castello della Fava
Eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungen Sardiniens in der Ortschaft Posada in Baronia, im Nordosten der Insel, ist von...

Castello di Sanluri

Es ist eine Burg der ganz besonderen Art, sie sprengt den üblichen Rahmen, ist durch die Straßen eines beschaulichen Dorfes im Medio Campidano getarnt. Sie ist auch die einzige, die in Sardinien heute noch von den Nachkommen der Adelsfamilie bewohnt wird, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts einige Säle in ein Museumszentrum umgewandelt hat. Arborenser und Katalanen kämpften lange Zeit um die Burg, denn die Position war strategisch und ihr Land fruchtbar, damals wie heute.
Castello di Sanluri

Castello di Marmilla, Las Plassas

Der Name kommt aus der Mythologie: Mutter Natur sorgte durch ihre Brüste für die Ernährung des Volkes, oder besser gesagt, die sanften und fruchtbaren Hügel der Marmilla. Wo sonst konnte eine Burg gebaut werden, wenn nicht auf dem schönsten und besten Hügel, der das kleine Dorf Las Plassas dominiert? Gerade einmal 250 Seelen, aber ein modernes, digitales Museum, das Sie in das alltägliche Leben des Mittelalters eintauchen lässt.
Las Plassas, castello di Marmilla

Castello di Acquafredda, Siliqua

Charme ist sein Markenzeichen, sei es die Panoramalage über dem Tal oder der sanfte Wanderweg zum Gipfel des Hügels, der auch ein Naturdenkmal ist und als Domo Andesitico von Acquafredda bekannt ist. Vielleicht liegt es auch an seinen dantesken Einwohnern, denn Graf Ugolino, der berühmteste Besitzer des Schlosses, hat hier tatsächlich gelebt. Man sagt, dass Vanni Gubetta, einer seiner Verfolger, im Wachturm eingesperrt war, der vor dem mittleren Bergfried steht und nicht umsonst als ‘Hängeturm’ bezeichnet wird.
Castello di Acquafredda - Siliqua
Acquafredda
Am Gipfel eines Berges vulkanischen Ursprungs liegt mitten im Tal des Flusses Cixerri im Südosten Sardiniens eine wunderschöne, sagenumwobene Burg

Castello di San Michele, Cagliari

Von dort oben ist die Aussicht so schön, dass die Aragoneser es Bonvehì nannten. Einst befand sich auf dem Hügel von San Michele eine byzantinische Kirche, dann ein christliches Kloster. Auf ihren Mauern errichteten die Feudalherren ein mächtiges, befestigtes Herrenhaus, das nun im Namen von Kunst, Kultur und Natur zu neuem Leben erweckt wurde. Die Restaurierung brachte alte Siedlungen und ein Netz aus Tunneln ans Tageslicht, von denen niemand weiß, wohin sie führen. Aber das ist für Cagliari nichts Ungewöhnliches, denn unter der Erde gibt es eine parallele, unterirdische Stadt.
Castello di San Michele - Cagliari

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