Nughedu San Nicolò
Ein Besuch in Nughedu, mit seinem zentralen Dorfplatz und den eleganten kleinen Häusern, die dem Ort seinen Charme verleihen, ist empfehlenswert. Interessant sind auch mehrere Gebäude am Ortseingang im Tal. sie wurden im Anschluss an einen Durchbruch in den Felsen gebaut, besitzen an ihrer Vorderseite Wände aus Steinquadern und wirken dadurch sehr eindrucksvoll. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Nughedu ist vermutlich die Nekropole, bekannt als Höhlengrab (domus de janas) von Sos Furrighesos. Diese Grabanlage gehört eigentlich zum Gemeindegebiet des benachbarten Ortes Anela.
Sie erstreckt sich auf einer weiten Fläche und besteht aus insgesamt 18 Gräbern, die zwischen dem Ende der Jungsteinzeit und dem ersten Abschnitt der Bronzezeit entstanden sind. Die meisten Gräber, oder domus zeichnen sich durch reiche Dekorationen an den Innenwänden aus, darunter sieht man Stier-Protomen als Reliefdarstellungen, sowie verschiedene Zeichnungen und Wandmalereien. Eines der Gräber besitzt auch ein kleines Eingangstor, das, ähnlich wie bei den Gigantengräbern, von einer Stele umgeben, doch direkt in den Stein gemeißelt ist. Anlässlich der Heiligenfeiern der Apostel Petrus und Paulus, die Ende Juni stattfinden, wird ein großes offenes Feuer entzündet.
Gleichzeitig findet das Fest der Sas Panafittas statt, einem „armen” Gericht mit Brot. Das Brot, die spianata (in den Dörfern werden z. T. unterschiedliche Brotsorten verwendet) wird in kleinen Stücken wenige Minuten lang in heiße Brühe (Schafs- oder Rinderbrühe) getaucht. anschließend lässt man das Brot abtropfen und serviert es mit einer Tomaten-Fleischsauce und frischem sowie mit Hartkäse.
Turri
Es liegt im Herzen des flachen Teils der Marmilla, zwischen der Giara di Gesturi und der Giara di Siddi. Von Turri aus bieten sich abwechslungsreiche Ausblicke: im Frühling das Grün der bewirtschafteten Felder, im Sommer intensive Erdtöne. Die Ortschaft teilt sich mit San Gavino Monreale die Vorrangstellung in der Produktion von Safran, dem roten Gold Sardiniens. Das Dorf mit seinen etwas mehr als 400 Einwohnern besteht aus einem alten Kern mit typischen, von hohen Mauern umgebenen Hofhäusern, mit großen Vorhöfen und kleinen Familiengärten dahinter. Die Häuser blicken in der Regel mit großen Portalen auf die Straßen, einige stammen aus dem 19. Jahrhundert, die meisten aber aus dem 20. Jahrhundert.
Man kann die Stadt in Etappen besichtigen, von der Kirche San Sebastiano aus dem 17. Jahrhundert aus, vor der sich ein Gebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befindet, dem Sitz des Monte Granatico, eines historischen Getreidelagers. Der Bau hat ein herrschaftliches Erscheinungsbild mit palladianischen Verzierungen über dem Fenstersturz, die von der klassisch anmutenden Kunst des Autors zeugen. Auch der malerische Olivenpark und der Monumentalfriedhof Sant‘Elia sind einen Besuch wert. Im September findet ein ungewöhnliches Ereignis statt: die Vogelscheuchenausstellung.
Um das Stadtzentrum herum erstreckt sich ein Gebiet, das schon in prähistorischer Zeit bewohnt war, wie die zahlreichen Nuraghen in der Umgebung beweisen: die mit einem einzigen Turm Bruncu Monti Ari, Turriga, Sirissi und die beiden komplexen Nuraghen Cabonu und Su Senzu.
Campionna
Campionna befindet sich in der gleichnamigen Ortschaft auf dem Gebiet der Gemeinde Teulada. Diese Art der Küste wird auch als "Ria" bezeichnet und ist von einer besonderen landschaftlichen Vielfalt gekennzeichnet, gelangt man hier doch von Abschnitten mit weißem Sand zu Abschnitten mit Klippen aus Tonstein und Granit. Der Strand von Campionna zeichnet sich durch Kies und Felsen aus. Der Name geht auf das kleine Inselchen zurück, das direkt vor dem Strand liegt und mit der typischen Macchia des Mittelmeerraums bedeckt und über das Meer zu erreichen ist. Der Strand verfügt über keine Serviceleistungen. Das Meer fällt schroff ab und aus diesem Grund ist der Strand bei Freunden der Unterwasserjagd sehr beliebt.
Der Strand ist über die panoramareiche Küstenstraße "Costa del Sud" erreichbar, auf der es zahlreiche Ausfahrten zu den verschiedenen Stränden der Gegend gibt. Zum Strand Campionna folgt man der Beschilderung.
Der Strand ist wenig besucht und bietet Ruhe und Entspannung. Er ist der ideale Ausgangsort für Tauchausflüge zur nahegelegenen gleichnamigen Insel, die nur wenige Kilometer vom Strand entfernt liegt.
Marineledda
Dieser Strand befindet sich in der Ortschaft Porto Rotondo und zählt zur Gemeinde Olbia. Marineledda zeichnet sich durch einen hellen, feinen Sand aus, der teilweise von Felsen durchbrochen wird. Dieser einsam gelegene und ruhige Strand liegt inmitten einer einmaligen Landschaft. Er wird teilweise von herrlich duftenden Sträuchern, teilweise auch von Granitfelsen eingerahmt.
Von Porto Rotondo aus trifft man nach dem Restaurant Il Pirata in etwa 200 Metern Entfernung auf den Parkplatz und gelangt von hier aus auf einer ungeteerten Straße nach dem Tor zu Fuß zum Strand.
Das Serviceangebot umfasst einen Parkplatz und eine Verleihstelle für Tretboote und Boote.
Quartu Sant'Elena
Quartu Sant'Elena liegt in der Campidano-Ebene, am Fuße der imposanten Bergkette der Sette Fratelli und ganz in der Nähe der Salinen und des Molentargius-Teichs. Letzterer ist eine wahre Naturoase, die übrigens von der Europäischen Gemeinschaft geschützt wird, da man hier Kolonien von Flamingos bewundern kann, diesen Wasservögeln, die nur im Süden der Insel und in Frankreich nisten.
Die Küste, die in Poetto beginnt, besteht aus hohen Klippen, die das Meer überragen, und wunderschönen Stränden mit feinem weißen Sand oder kleinen Kieselsteinen wie Cala Regina, Is Mortorius und Mari Pintau, was wegen der wunderschönen Farben des kristallklaren Wassers "gemaltes Meer" bedeutet.
In der Stadt beherbergt die alte Basilika von Sant'Elena Imperatrice, der Schutzheiligen der Stadt, wunderschöne Fresken sowie eine Holzstatue der Heiligen, die am 13. September in einer Prozession getragen wird.
Außerdem ist das Casa Museo Sa Dom'e Farra (das Mehlhaus) ein für Campidano typisches Herrenhaus, in dem alte landwirtschaftliche Geräte ausgestellt sind. Im ethnografischen Museum der Stadt schließlich kann der Besucher in der Ausstellung mit dem Titel ' Il ciclo della vita ' (Der Lebenszyklus) ebenfalls Alltagsgegenstände aus vergangenen Zeiten betrachten, die mit den sardischen Traditionen verbunden sind.
Narbolia
Narbolia liegt am Fuß der Berge von Santu Lussurgiu. Der Name scheint von lateinisch Nurapolis, Stadt der Nuraghen, herzurühren wegen der zahlreichen Nuraghen im Gemeindegebiet. Daneben findet man verschiedene Gigantengräber und Höhlengräber (domus de janas), aber auch die Überreste einer mittelalterlichen Burg und römische Thermen. Die Wirtschaft des Ortes, die einst auf der Kalkherstellung fußte, lebt jetzt von Viehzucht und Weinbau.
Im Februar findet im Zuge der Karnevalsfeierlichkeiten die bekannte Sagra delle zippole (Faschingsgebäck) statt.
Am 8. Oktober wird die Schutzpatronin Santa Reparata gefeiert. Die Feierlichkeiten bestehen in einer langen Prozession bis zum Pinienwald von Is Arenas, wo das Holz gesammelt wird, um im Ort einen großen Haufen vorzubereiten, der am Tag des Festes entfacht wird.
Am 8. Oktober findet zugleich das Festival der Folkloregruppen und .sänger mit Gitarrenwettbewerb statt.
Unbedingt zu empfehlen ist der Besuch von Is Arenas, einem wunderschönen langen Strand, dessen Dünengebiet das größte Sardiniens ist. Im gleichnamigen Pinienwald finden Golfbegeisterte eine 18-Loch-Anlage, die zu den zwanzig besten Golfplätzen Italiens zählt.
Im historischen Ortskern kann man die charakteristischen Wandmalereien (Murales) bewundern, die Szenen des Alltagslebens der Hirten und Bauern und des Zyklus der Jahreszeiten darstellen.
Cala Greca
Dieser Strand befindet sich im Gebiet Capo Figari und zählt zur Gemeinde Golfo Aranci. Er besteht aus rosa Kieselsteinen und Felsen und wird von einem kristallklaren Meer umspült. Dieser abgeschiedene Strand von Capo Figari mit den wunderschönen Kalksteinformationen und den Grotten befindet sich nicht weit entfernt von dem "Mamma Chiatta" genannten Felsen, der - wie der Name im Italienischen schon verrät - an die Umrisse einer dicken, alten Frau erinnert. In der Nähe von Cala Greca befindet sich der Friedhof der Besatzung dreier Schiffe, die 1887 hier untergingen. Der Besatzung zu Ehren wird hier jedes Jahr eine Messe abgehalten.
Der Strand ist von Cala Moresca aus über einen Weg zu Fuß erreichbar.
Der Strand ist sehr abgeschieden und wird vor allem von Tauchern und Schnorchlern besucht. Es gibt hier auch ein gut ausgestattetes Tauchzentrum.
Archäologisches Gemeindemuseum - Ozieri
Das Museum hat seinen Sitz im ehemaligen Klarissenkloster in Ozieri und ist der Archäologie des Gemeindegebietes gewidmet.
Wie jüngst erworbene Steinwerkzeuge belegen, war das Gebiet bereits im Paläolithikum besiedelt. Auf die spätere Kupfersteinzeit gehen unter anderem die bedeutenden Funde aus der Grotta di San Michele bei Ozieri zurück, die der auf ganz Sardinien verbreiteten neusteinzeitlichen Kultur ihren Namen gab. Für das Nuraghenzeitalter sind das kleine Nuraghenmodell aus Cardianu, die Bronzewerkzeuge aus Baldosa, die Bleigewichte, einen Oxhide-Barren aus Bisarcio und die Bronze des "Faustkämpfers" aus San Luca zu erwähnen.
Die Keramiken und Stelen aus Cuzi, die Votivgaben und Grabbeigaben aus Suelzu und Bisarcio und die Meilensteine geben bedeutenden Aufschluss über die römische Zeit. Dem Mittelalter und späteren Jahrhunderten ist eine kleine Abteilung gewidmet, in der Krüge mit Stempelverzierung aus dem 5. und 8. Jahrhundert zu sehen sind, aber auch hörnerne Gabeln und Haarnadeln aus einem Haus des 16. Jahrhunderts, wo sie der Abwendung des bösen Blicks dienten.
Zudem kann eine reiche Münzsammlung bewundert werden.
Gleichzeitig hängt in dem Museum die Kreuzabnahme Christi ("Discendimento"), ein Tafelbild des Maestro di Ozieri aus dem 16. Jahrhundert.
Neben der sehenswerten Sammlung bietet das Museum die Möglichkeit zur Besichtigung des Klosters, ein komplett renovierter schöner Bau aus dem 18. Jahrhundert.
Florinas
In der Nähe von Florinas bietet sich ein Besuch im Archäologie-Park an, wo viele archäologische Funde und Relikte aus unterschiedlichen Zeitepochen präsentiert werden: Nuraghen und Höhlengräber aus dem jüngeren Neolithikum und aus der Bronzezeit, römische Nekropolen aus der späten Kaiserzeit. Die beachtenswerten Funde sind vor allem für jene Besucher aufschlussreich, die sich für Archäologie interessieren.
Das historische Zentrum von Florinas ist sehr reizvoll und bietet die Gelegenheit, vier Kirchen zu besichtigen, die Kirchen Santa Maria dell'Assunta, die Kirche Santa Croce, die Kirche San Francesco und die Kirche San Rosario. Die Pfarrkirche der Assunta aus dem 18. Jahrhundert ist besonders sehenswert. von allen Sakralbauten hat sie vermutlich den ältesten Grundriss. In Florinas finden drei traditionelle religiöse Feiern statt. das Fest zu Ehren der Madonna di Pompei (im Mai), das Fest zu Ehren des Heiligen Antonius di Sant'Antonio (Juni) und das Fest zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi (im Oktober).
Gonnesa
Das Dorf liegt nicht weit von der Schlucht Gutturu Carboni und in der Nähe einer 3 km langen Sandküste. In der Umgebung von Gonnesa deuten Überreste von Bergbauvorkommen - die seit der Antike ausgebeutet werden - sowie Domus de Janas, Nuraghen und prähistorische Dörfer darauf hin, dass das gesamte Gebiet seit frühester Zeit besiedelt war. Außerdem belegen die zahlreichen archäologischen Funde, dass Phönizier, Karthager und auch Römer in diese Region kamen, weil sie von den reichen Zink-, Kupfer-, Blei- und Silbervorkommen angezogen wurden. Im Mittelalter gehörte das Dorf bis zu seinem Fall (1258) zum Judicat von Cagliari, bevor es zunächst in den Besitz der Familie Donoratico, dann der Pisaner und schließlich der Krone von Aragonien überging. Jahrhundert wurde der Bergbau wiederbelebt und dauerte bis nach dem Zweiten Weltkrieg an.
In Gonnesa ist die romanische Kirche Sant'Andrea Apostolo, die zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erbaut wurde. Trotz mehrerer Restaurierungseingriffe ist der Stil an der Fassade noch deutlich zu erkennen: kleine Bögen über einem Portal mit Rundbogen. Das Dorf genießt eine interessante geografische Lage, die die Schönheiten der Küste mit der eindrucksvollen Archäologie verbindet. Die Archäologie des Dorfes Seruci mit einem Nuraghen, einer Vormauer, einem Dorf mit Hütten und einer tomba dei giganti (Felsengrab), aber auch Industriearchäologie mit den stillgelegten Bergwerken Monte Onixeddu, Seddas Moddizus und Monte San Giovanni. Nicht weit von hier ist die Grotte Santa Barbara, eine sehr alte Höhle mit einem kleinen See und herrlichen Konkretionen, die sich in ca. 500 Millionen Jahren gebildet haben, Stalaktiten, Stalagmiten und Arabesken aus Aragonit. Die Gegend ist bedeckt von der reichen typischen Mittelmeerflora wie Wildoliven, Rosmarin, Wacholder, Mastix, Myrte, Erika, Erdbeerbaum, Steineiche, Ginster, Lavendel, Asphodill und Brombeeren.
Nicht weit von Gonnesa liegt die Palude Sa Masa, ein interessantes Sumpfgebiet, in dem zahlreiche Arten Wasservögel leben. Zum langen Küstenstreifen, der sich in der Nähe des Dorfes erstreckt, gehört der herrliche Strand Porto Paglia mit einem kristallklaren Meer. Wissenschaftler und Liebhaber der Geologie und der Paläontologie kommen hier auf ihre Kosten. Im versteinerten Sandstein war zum Beispiel das seltene Exemplar eines Zwergelefanten erhalten, das heute in einem Museum in Basel ausgestellt ist. Festliche Momente erlebt das Dorf vom 20. bis 25. Mai bei den Gedenkfeiern an die Unruhen von 1906. Interessant ist das sommerliche Veranstaltungsprogramm Estate Gonnesina von Juli bis August mit Konzerten, Fimvorführungen, Ballett, gastronomischen Festen und verschiedenen Folkloreabenden. Im August findet die sagra del pane tradizionale (Volksfest des traditionellen Brotes) statt, und im selben Monat die Sportveranstaltung Gonnesa corre, wo bei einem internationalen Lauf auf Asphalt Athleten aus der ganzen Welt zusammenkommen. Am ersten Sonntag im Mai wird in aller religiösen Feierlichkeit in Nuraxi Figus das Fest Sant'Isidoro begangen.